Vorstandsvorwort

Foto: Vorstandsvorwort Begrüßung

nach unserem Firmenjubiläum im Vorjahr konnten wir 2015 mit der Produktion unseres neunmillionsten Motors gleich einen weiteren Meilenstein unserer Unternehmensgeschichte feiern – damit tragen wir seit mehr als 150 Jahren entscheidend zur Motorisierung der Welt bei.

Aber auch für die Zukunft haben wir unseren Kunden einiges zu bieten: So profitieren sie beispielsweise davon, dass unsere mit einem Dieselpartikelfilter ausgestatteten TCD-Motoren im Bereich 2,9 bis 7,8 Liter Hubraum bereits die für 2019 avisierte nächste Emissionsstufe EU V erfüllen. Dadurch erhalten sie langfristige Planungssicherheit, Flexibilität und eine stabile Technologie.

Unter anderem mit diesen guten Argumenten konnten wir auch die KION Group überzeugen, die bestehende Partnerschaft auszubauen. Unsere neue, langfristige Kooperation betrifft die großen Gabelstapler der KION-Premiummarke Linde, die ab dem Jahr 2019 sukzessive mit dem neuentwickelten 2,2-Liter-Motor von DEUTZ ausgerüstet werden. Mit der neuen 3-Zylinder-Variante des erfolgreichen TCD-2.9-Vierzylinder-Motors erweitern wir unser Produktangebot vor allem in den Bereichen Material Handling und kompakte Baumaschinen. Das Besondere: Der Motor wird sowohl in einer Diesel- als auch in einer Flüssiggasversion auf den Markt kommen. Dies zeigt: Auch in Zukunft wollen wir technologisch führend sein. Dies können wir auf Basis von »Stage V ready« mit einem deutlich geringeren Entwicklungsaufwand realisieren.

Lassen Sie uns einen Blick auf das abgeschlossene Geschäftsjahr werfen: Die weltwirtschaftliche Entwicklung ist 2015 abermals hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Dies hat auch unser Geschäft negativ beeinflusst, so dass wir nach einem soliden Jahresauftakt ein schwieriges zweites Halbjahr erlebten.

Der Auftragseingang belief sich im Gesamtjahr 2015 auf 1.225,9 Mio. €. Damit lag er 11,1 % unter dem Vorjahreswert. Bei 137.781 verkauften Motoren ist der Umsatz um 18,5 % auf 1.247,4 Mio. € zurückgegangen; damit hat er unsere korrigierte Prognose erfüllt. Der Rückgang ist zum einen auf sogenannte Vorbaumotoreneffekte, bedingt durch den Emissionswechsel für Motoren < 130 kW in der EU zum 1. Oktober 2014, zurückzuführen. Zum anderen erleben wir seit dem dritten Quartal 2015 eine starke Investitionszurückhaltung in unseren Endmärkten. Dies hatte dazu geführt, dass wir unsere ursprüngliche Prognose für das Berichtsjahr nach unten korrigieren mussten.

Unser EBIT vor Einmaleffekten ist im Berichtsjahr vor allem volumenbedingt von 31,7 Mio. € auf 4,9 Mio. € gesunken. Damit war das EBIT geringfügig besser, als wir in unserer korrigierten Prognose – ein in etwa ausgeglichenes operatives Ergebnis – erwartet hatten. Unser Konzernergebnis ist von 19,5 Mio. € auf 3,5 Mio. € zurückgegangen. Es ist uns trotz des hohen Volumenrückgangs und der im Mehrjahresvergleich extrem niedrigen Auslastung gelungen, weiterhin ein positives Ergebnis zu erzielen – dies entspricht unserer strategischen Zielsetzung, auch in den Abschwungphasen eines Geschäftszyklus schwarze Zahlen zu erwirtschaften, und untermauert unsere entsprechenden Maßnahmen. Erfreulich ist außerdem, dass wir in dieser Situation mit unserer EBITDA-Marge (vor Einmaleffekten) von 9,0 % den Vorjahreswert unverändert beibehalten und einen positiven Free Cashflow von 35,0 Mio. € erwirtschaften konnten.

Stichwort »Maßnahmen«: Unsere Standortoptimierungen haben wir 2015 planmäßig fortgesetzt. Daraus resultiert eine nachhaltige Steigerung unserer Effizienz. Unsere chinesische Produktion konsolidieren wir aufgrund der reduzierten Wachstumserwartungen in unserem Joint Venture DEUTZ Dalian. In diesem Zusammenhang haben wir unser Joint Venture DEUTZ Engine China aufgelöst, das Joint Venture WEIFANG WEICHAI-DEUTZ DIESEL ENGINE CO., LTD. an unseren bisherigen Mitgesellschafter veräußert und die Schließung des Joint Ventures DEUTZ Engine (Shandong) Co., Ltd. eingeleitet. Wir werden in Zukunft den lokalen Bedarf aus unserem etablierten Joint Venture DEUTZ Dalian bedienen, das über ausreichend Kapazitäten verfügt.

Verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, der Kurs der DEUTZ-Aktie war ebenfalls von dem volatilen Geschäftsverlauf und Börsenjahr geprägt. So gab unsere Aktie im Vergleich zum Vorjahr um knapp 8 % nach und schloss das Jahr 2015 mit einem Kurs von 3,69 €. Auch wenn die DEUTZ-Aktie nach dem Bilanzstichtag in einem sehr schwachen Marktumfeld weitere spürbare Kursrückgänge verzeichnen musste, sind wir davon überzeugt, dass sie von einer allgemeinen Geschäftsbelebung wieder deutlich profitieren wird. Zudem wollen wir die angekündigte Dividendenkontinuität auch in einem herausfordernden Umfeld wahren. Insofern schlagen wir gemeinsam mit dem Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2015 die Zahlung einer unveränderten Dividende in Höhe von 0,07 € je Aktie vor.

Für das Geschäftsjahr 2016 stellen wir uns auf ein weiterhin schwieriges Geschäftsumfeld ein, zumal Anzeichen für eine Markterholung bis dato noch nicht erkennbar sind. Wir werden weiter mit voller Energie daran arbeiten, die Kosten zu senken und die Break-even-Schwelle zu reduzieren. Insgesamt gehen wir von einem stagnierenden bzw. allenfalls leicht wachsenden Umsatz aus. Dabei sollte die EBIT-Marge moderat ansteigen.

Unseren Mitarbeitern möchten wir an dieser Stelle ausdrücklich für ihren Einsatz und ihr hohes Engagement für unser Unternehmen danken. Auch unseren Geschäftspartnern – Kunden, Lieferanten und allen weiteren – danken wir sehr herzlich für ihr Vertrauen. Wir werden alles daransetzen, dieses auch in Zukunft zu rechtfertigen.

Freundliche Grüße aus Köln

 

Dr.-Ing. Helmut Leube              Dr. Margarete Haase              Michael Wellenzohn

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