Prognosebericht

GLOBALE WIRTSCHAFTSPROGNOSEN ABGESENKT

Der Internationale Währungsfonds (IWF) 1) hat seine Prognose hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Entwicklung weiter nach unten korrigiert. Dennoch liegen die Wachstumserwartungen für die globale Wirtschaft von 3,4 % für 2016 und 3,6 % für 2017 weiterhin über dem Vorjahreswert von 3,1 %.

Insbesondere die Erwartungen für die Entwicklungs- bzw. Schwellenländer wurden leicht abgesenkt. Für die Industrieländer insgesamt prognostiziert der IWF ein Plus von 2,1 % in 2016 und 2017 (2015: 1,9 %). Die Wirtschaft im Euro-Raum soll weiter zulegen und in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 1,7 % wachsen, nach 1,5 % im Jahr 2015. Die gleichen Werte werden auch für Deutschland vorhergesagt. In Spanien wird sich die zuletzt starke Dynamik wieder etwas abschwächen. Die US-amerikanische Wirtschaft soll 2016 und 2017 um jeweils 2,6 % zulegen, nach 2,5 % im letzten Jahr. In China wird sich das Wachstumstempo von 6,9 % in 2015 voraussichtlich weiter verlangsamen, auf 6,3 % in diesem und 6,2 % im nächsten Jahr.

Der ifo Geschäftsklimaindex 2) für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland ist im Januar 2016 leicht gesunken: Nach 108,6 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im Dezember 2015 lag er zuletzt bei 107,3 Punkten. Insbesondere die Erwartungen trübten sich dabei merklich ein. Der ISM-Einkaufsmanagerindex 3) in den USA lag zum 1. Februar 2016 auf einem Niveau von 48,2 Punkten. Dies impliziert eine aktuell rückläufige Wirtschaftsaktivität.

1) IWF World Economic Outlook Update, Januar 2016.
2) ifo Institut, Januar 2016.
3) ISM Institute for Supply Management, Februar 2016.

DIESELMOTORENMARKT

Für 2016 rechnen wir für den Baumaschinenmarkt in Europa und in Nordamerika jeweils mit einer Seitwärtsbewegung von –5 % bis +5 % und in China mit einem weiteren Rückgang von rund 10 % bis 20 %. Für die Landtechnik erwarten wir in Europa eine Marktentwicklung von –5 % bis 0 %. In China rechnen wir im Bereich mittelschwerer und schwerer LKW ebenfalls mit einer Seitwärtsbewegung von –5 % bis +5 %.

Der Dieselmotorenmarkt folgt üblicherweise weitgehend den Anwendungen und Märkten der Endgeräte, in die die Motoren eingebaut werden.

AUFTRAGSEINGANG, ABSATZ, UMSATZ

Bedingt durch den verhaltenen Marktausblick und die andauernde Investitionszurückhaltung rechnen wir mit einer Seitwärtsbewegung bei unseren Motorenverkäufen. Aufgrund von Vorbaumotoren, die europäische Kunden im Hinblick auf die Einführung neuer Emissionsstufen bereits im Jahr 2014 erworben hatten, sind noch Lagerbestände vorhanden. Die hieraus resultierende Belastung des Motorenabsatzes wird jedoch niedriger ausfallen als 2015. Zusammen mit dem Produktionshochlauf von Neukundenprojekten sollte dies etwaige Marktschwächen der Endmärkte, insbesondere im Landwirtschaftsbereich, kompensieren. Im Servicegeschäft rechnen wir mit einer Fortsetzung der positiven Umsatzentwicklung.

Aufgrund des zunehmenden Anteils höherwertiger Motoren der neuen Emissionsstufen in Europa und Amerika wird sich der Dieselmotorenmarkt im Wertvolumen weiterhin besser entwickeln als die Stückzahlen.

Insgesamt gehen wir insofern von einem stagnierenden bzw. allenfalls leicht wachsenden Umsatz aus. In beiden Segmenten DCE und DCS erwarten wir eine vergleichbare Umsatzentwicklung. Die Prognose ist im derzeitigen Umfeld naturgemäß mit einer großen Unsicherheit behaftet. Insofern bleibt eine hohe Flexibilität in unserem Geschäft ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Auch wenn wir unsere Flexibilität in den letzten Jahren bereits deutlich verbessert haben, werden wir auch künftig intensiv daran arbeiten, sie weiter zu erhöhen.

ERGEBNIS

Im laufenden Jahr stehen – neben der erfolgreichen Umsetzung von Neukundenprojekten, der Implementierung der Standortoptimierung und einer Qualitätsoffensive – vor allem Maßnahmen zur weiteren Kostensenkung und Effizienzsteigerung im Vordergrund.

Wir erwarten, dass die EBIT-Marge moderat ansteigt. Bei einer nur geringfügig veränderten Auslastung resultiert dies im Wesentlichen aus weiteren Kostensenkungsmaßnahmen sowie ersten positiven Effekten aus der Standortoptimierung. Von der derzeitigen Wechselkursentwicklung des US-Dollar werden wir tendenziell profitieren. Wir rechnen in beiden Segmenten DCE und DCS mit einer positiven Ergebnisentwicklung.

Als Folge der leicht höheren Ergebniserwartung rechnen wir im laufenden Geschäftsjahr mit einer leichten Steigerung des Return on Capital Employed (ROCE) gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr.

ROHSTOFFE, TARIFENTGELTE

Rohstoffpreise

Für das Geschäftsjahr 2016 sehen wir in den Primärmärkten eine weitere Abschwächung der Preisniveaus, getragen von der nachlassenden Weltkonjunktur und der Nachfrageschwäche aus Asien.

Tarifverhandlungen im Frühjahr

Der derzeitige Entgelttarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland läuft noch bis zum 31. März 2016. Wir erwarten, dass die Tarifvertragsparteien ihre Verhandlungen danach zügig aufnehmen und im zweiten Quartal einen Abschluss vereinbaren, der die aktuellen wirtschaftlichen Eckdaten entsprechend berücksichtigt.

FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAUSGABEN

Wir rechnen mit Forschungs- und Entwicklungsausgaben von leicht über 50 Mio. €, die damit gegenüber den sehr niedrigen Ausgaben im Berichtsjahr wieder etwas ansteigen. Bei der F&E-Quote erwarten wir somit einen leichten Anstieg gegenüber dem Berichtsjahr.

INVESTITIONEN

Für das Geschäftsjahr 2016 erwarten wir Investitionen (vor Aktivierung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen) von rund 55 Mio. €. Hierin sind die Investitionen zur Standortoptimierung enthalten. Einschließlich der Aktivierung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen rechnen wir mit Investitionen von rund 75 Mio. €.

AT-EQUITY KONSOLIDIERTE JOINT VENTURES

Das herausfordernde und volatile Marktumfeld in China wird sich 2016 voraussichtlich weiter fortsetzen. Für unser Joint Venture DEUTZ (Dalian) Engine Co., Ltd. erwarten wir eine Seitwärtsbewegung beim Umsatz sowie eine leichte Ergebnisverbesserung aufgrund von Kostensenkungen. Die Entwicklung wird stark von der Auslastung und damit vom Marktumfeld geprägt sein.

WORKING-CAPITAL-QUOTE, FREE CASHFLOW UND EIGENKAPITALQUOTE

Bei der Working-Capital-Quote rechnen wir im Durchschnitt der Quartalsenden mit einem Wert von rund 17 %. Im Geschäftsjahr 2016 erwarten wir einen positiven Free Cashflow im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, zumal die Investitionen auch weiterhin deutlich unter den Abschreibungen liegen werden.

Die Eigenkapitalquote, die derzeit deutlich über 40 % liegt, wollen wir auch weiterhin über diesem Wert halten. Die gute Eigenkapitalausstattung macht uns in einem volatilen Marktumfeld unabhängiger von den Kapitalmärkten.

MITARBEITER

Flexible Anpassung der Mitarbeiterzahl

Es ist unser Ziel, die Kurzarbeit baldmöglichst vollständig zu beenden und zur Vollbeschäftigung zurückzukehren – allerdings wird dies maßgeblich durch die Auftragslage beeinflusst. Im Falle eines zusätzlichen Arbeitskräftebedarfs werden wir den Anteil flexibler Beschäftigung durch befristete Arbeitsverträge und den Einsatz von Leiharbeit wieder deutlich erhöhen. Da wir in einer zyklischen Branche operieren, können wir uns damit am besten gegen Beschäftigungsschwankungen absichern.

Altersteilzeit im Rahmen des Tarifvertrags

Wir bieten auch weiterhin der älteren Belegschaft die Möglichkeit, über den Weg der Altersteilzeit vorzeitig aus dem Arbeitsleben auszuscheiden. Wir erwarten, dass diese Regelungen im Jahr 2016 von unseren Mitarbeitern in nennenswertem Umfang in Anspruch genommen werden.

GESETZLICHE REGULIERUNGEN, ABGASNORMEN

In der Europäischen Union und in den USA wurde mittlerweile in allen Leistungsklassen die höchste Emissionsstufe für Dieselmotoren, also die Abgasemissionsstufe 97/68 Stufe IV bzw. EPA Tier 4, eingeführt. Für die Europäische Union ist die Einführung der Stufe V für das Jahr 2019 geplant. 1) Diese erfüllen unsere mit Dieselpartikelfilter ausgestatteten TCD-Motoren im Bereich 2,9 bis 7,8 Liter Hubraum bereits heute. Eine weitere Verschärfung der Abgasemissionsgrenzwerte in den USA ist bis dato nicht abzusehen.

1) Vorschlag der EU-Kommission zur EU Stufe V gemäß Veröffentlichung vom 25. September 2014.

AUSBLICK AUF DIE FOLGEJAHRE

Für das Geschäftsjahr 2017 prognostizieren wir eine Erholung der weltweiten Nachfrage nach Investitionsgütern. Darüber hinaus rechnen wir damit, dass die Lagerbestände unserer europäischen Kunden aus Vorbaumotoren dann weitestgehend abgebaut sein werden. Insofern erwarten wir aus heutiger Sicht im Jahr 2017 eine spürbare Verbesserung der Geschäftssituation, sowohl was den Umsatz als auch was die EBIT-Marge betrifft.

Die globalen Megatrends wie Wachstum der Weltbevölkerung, fortschreitende Industrialisierung im Landwirtschaftssektor und Urbanisierung mit damit einhergehenden Infrastrukturinvestments unterstützen ein weiteres strukturelles Wachstum des weltweiten Motorenmarktes. Somit bieten sich in den kommenden Jahren gute Chancen für die Weiterentwicklung des DEUTZ-Konzerns, die wir aktiv für profitables Wachstum nutzen wollen.

Disclaimer

Dieser Lagebericht enthält bestimmte Aussagen über zukünftige Ereignisse und Entwicklungen sowie Angaben und Einschätzungen der Gesellschaft. Solche in die Zukunft gerichteten Aussagen beinhalten bekannte und unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen zukünftigen Leistungen, Entwicklungen und Ergebnisse der Gesellschaft oder der für die Gesellschaft wesentlichen Branchen wesentlich (insbesondere in negativer Hinsicht) von denjenigen abweichen, die in diesen Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen werden. Eine Gewähr kann folglich für die zukunftsgerichteten Aussagen in diesem Lagebericht nicht übernommen werden.

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