Ertragslage

DEUTZ-Konzern: Umsatz

Grafik: DEUTZ-Konzern: Umsatz

Umsatz gibt unterproportional zum Absatz nach 

Im Geschäftsjahr 2015 erlöste DEUTZ 1.247,4 Mio. € und damit 18,5 % weniger als im Vorjahr. 2014 hatte sich der Umsatz auf 1.530,2 Mio. € belaufen. Damit haben wir unsere im Geschäftsbericht 2014 veröffentlichte Prognose – wir hatten einen Umsatzrückgang in der Größenordnung von rund 10 % prognostiziert – nicht erreicht. Unsere im September 2015 revidierte Prognose eines Umsatzrückgangs von rund 20 % wurde hingegen eingehalten. Die Umsatzabschwächung ist zum einen auf den Emissionswechsel für Motoren < 130 kW in der EU zum 1. Oktober 2014 und damit verbundene sogenannte Vorbaumotoreneffekte zurückzuführen. Zum anderen erleben wir seit der zweiten Jahreshälfte 2015 auch eine ausgeprägte Investitionszurückhaltung in unseren Endmärkten, die maßgeblich für die Prognoseänderung war. Damit ist der Umsatz jedoch prozentual nicht so stark zurückgegangen wie der Absatz.

DEUTZ-Konzern: Konzernumsatz nach Quartalen

Grafik: DEUTZ-Konzern: Konzernumsatz nach Quartalen

Unterjährig war die Tendenz bei den Umsatzerlösen sehr uneinheitlich: Nach 318,1 Mio. € im ersten Quartal stieg der Umsatz auf 352,1 Mio. € im zweiten Quartal, fiel im dritten Quartal jedoch wieder auf 268,6 Mio. €. Im vierten Quartal erlösten wir 308,6 Mio. € und damit 14,9 % mehr als im Vorquartal, jedoch 12,4 % weniger als im Vorjahresquartal. Damit war das zweite Quartal unterjährig das stärkste. In allen Quartalen wurden die Vorjahreswerte jedoch nicht erreicht.

DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Anwendungsbereichen

Grafik: DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Anwendungsbereichen

Unser größter Anwendungsbereich Mobile Arbeitsmaschinen konnte nicht an seinen im Vorjahr deutlich gesteigerten Umsatz anknüpfen. Mit 523,2 Mio. € verfehlte er diesen um 26,9 %. Auch die Landtechnik gab mit 38,1 % auf 159,3 Mio. € deutlich nach. Der Anwendungsbereich Stationäre Anwendungen bewegte sich mit einem Umsatz von 178,1 Mio. € hingegen auf Vorjahresniveau. Zulegen konnten dagegen der Anwendungsbereich Automotive mit einem Plus von 7,2 % auf 87,9 Mio. € und das Servicegeschäft mit einem Plus von 7,4 % auf 278,4 Mio. €.

DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Regionen

Grafik: DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Regionen

In der regionalen Betrachtung gab der Umsatz in unserer Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) um 27,6 % auf 844,5 Mio. € nach. In der Region Amerika sind dagegen mit 275,3 Mio. € 7,3 % mehr erlöst worden als im Vorjahr, wobei das zweite Halbjahr – isoliert betrachtet – deutlich schlechter war als das erste Halbjahr oder das zweite Halbjahr des Vorjahres. In der Region Asien/Pazifik sind die Umsatzerlöse sogar um 18,8 % auf 127,6 Mio. € gestiegen.

DEUTZ-Konzern: Operatives Ergebnis und EBIT-Rendite vor Einmaleffekten

DEUTZ-Konzern: Operatives Ergebnis und EBIT-Rendite vor Einmaleffekten

DEUTZ-Konzern: Operatives Ergebnis nach Quartalen

Grafik: DEUTZ-Konzern: Operatives Ergebnis nach Quartalen

Ergebnisentwicklung

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA vor Einmaleffekten) belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf 112,2 Mio. €. Nach 137,4 Mio. € im Vorjahreszeitraum beträgt der Rückgang 25,2 Mio. €. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf das gesunkene Geschäftsvolumen im Segment DEUTZ Compact Engines und negative Ergebnisbeiträge unseres chinesischen Joint Ventures DEUTZ (Dalian) Engine Co., Ltd. infolge der derzeitigen Konjunkturabschwächung in China zurückzuführen. Positiv auf das Ergebnis haben sich dagegen geringere Produktions- und Gewährleistungskosten, Währungskurseffekte sowie höhere Umsätze im margenstarken Segment DEUTZ Customised Solutions ausgewirkt. Die EBITDA-Marge (vor Einmaleffekten) blieb – trotz der niedrigen Auslastung – konstant bei 9,0 %.

Im vierten Quartal 2015 ist das EBITDA vor Einmaleffekten gegenüber dem Vorjahresquartal um 16,3 Mio. € auf 26,6 Mio. € gesunken (Q4 2014: 42,9 Mio. €), im Vergleich zum Vorquartal dagegen um 11,4 Mio. € gestiegen (Q3 2015: 15,2 Mio. €). Ausschlaggebend war hier insbesondere die Entwicklung des Geschäftsvolumens.

Nach Abschreibungen betrug das operative Ergebnis (EBIT vor Einmaleffekten) des Berichtsjahres 4,9 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahr hat es sich um 26,8 Mio. € verringert (2014: 31,7 Mio. €). Die EBIT-Rendite vor Einmaleffekten betrug im Geschäftsjahr 2015 0,4 % (2014: 2,1 %). Unsere zu Beginn des Jahres genannte Prognose für das Geschäftsjahr von rund 3 % konnten wir damit insbesondere aufgrund des sehr deutlichen Geschäftsrückgangs in der zweiten Jahreshälfte nicht erreichen. Die im September 2015 korrigierte Erwartung von einem in etwa ausgeglichenen operativen Ergebnis haben wir dagegen voll erfüllt. Die Abschreibungen beinhalten außerplanmäßige Wertkorrekturen der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von insgesamt 9,7 Mio. €. Im Vorjahr lagen die außerplanmäßigen Abschreibungen vor Einmaleffekten bei 9,5 Mio. €. Die im Geschäftsjahr vorgenommenen Wertminderungen sind marktbedingt und betreffen hauptsächlich aktivierte Entwicklungskosten. Im vierten Quartal 2015 lag das operative Ergebnis vor Einmaleffekten bei –5,7 Mio. € (Q3 2015: –9,7 Mio. €; Q4 2014: 8,9 Mio. €); dies entspricht einer EBIT-Rendite von –1,8 % (Q3 2015: –3,6 %; Q4 2014: 2,5 %).

Nach Einmaleffekten hat sich das operative Ergebnis (EBIT) um 7,9 Mio. € verschlechtert (2014: 12,8 Mio. €). Im Vorjahr war das EBIT durch Einmaleffekte in Höhe von 18,9 Mio. € belastet; diese betrafen insbesondere Aufwendungen im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Standortoptimierung. Im Berichtszeitraum sind keine Einmaleffekte angefallen.

Bedingt durch den unerwartet starken Rückgang des Auftragsvolumens sowie die außerplanmäßigen Wertkorrekturen auf das immaterielle Vermögen und die Sachanlagen hat sich unsere interne Steuerungsgröße Return on Capital Employed (ROCE)1) von 3,9 % im Vorjahr auf 0,6 % verschlechtert. Zu Beginn des Berichtsjahres waren wir von einem leichten Anstieg des ROCE gegenüber dem Geschäftsjahr 2014 ausgegangen. Aufgrund der vorgenannten Effekte konnten wir diese Prognose allerdings nicht erreichen.

Umsatzkosten

Die Umsatzkosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf 1.054,8 Mio. € (2014: 1.327,6 Mio. €). Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Umsatzkosten um 20,5 % vermindert. Der Rückgang geht hauptsächlich auf gesunkene Aufwendungen für Material, Personal und Leiharbeitskräfte bedingt durch das geringere Absatzvolumen zurück. Zudem haben sich die Gewährleistungskosten deutlich verringert. Der Anteil der Umsatzkosten an den Umsatzerlösen hat sich von 86,8 % im Vergleichszeitraum 2014 auf 84,6 % im Berichtszeitraum vermindert. Insofern konnte die Bruttomarge – trotz des Rückgangs des Geschäftsvolumens – spürbar verbessert werden.

1) Return on Capital Employed (ROCE vor Einmaleffekten): Verhältnis von EBIT vor Einmaleffekten zu durchschnittlichem Capital Employed. Capital Employed: Bilanzsumme abzüglich Zahlungsmitteln und - äquivalenten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger kurz- und langfristiger Verbindlichkeiten basierend auf Durchschnittswerten von zwei Bilanzstichtagen.

DEUTZ-Konzern: Übersicht zur Ertragslage    
  2015 2014
in Mio. €    
Umsatzerlöse 1.247,4 1.530,2
Umsatzkosten –1.054,8 –1.327,6
Forschungs- und Entwicklungskosten –76,3 –74,3
Vertriebs- und Verwaltungskosten –104,8 –100,0
Sonstige betriebliche Erträge 29,3 22,9
Sonstige betriebliche Aufwendungen –30,6 –41,4
Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzanlagen –6,3 1,9
Übriges Finanzergebnis 1,0 1,1
Operatives Ergebnis (EBIT) 4,9 12,8
Einmaleffekte –18,9
EBIT (vor Einmaleffekten) 4,9 31,7
Zinsergebnis –4,0 –6,1
Ertragsteuern 2,6 12,8
Konzernergebnis 3,5 19,5

Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im Berichtsjahr 76,3 Mio. € (2014: 74,3 Mio. €). Auch wenn die liquiditätsmäßig relevanten Forschungs- und Entwicklungsausgaben wie geplant gesunken sind, haben sich die Forschungs- und Entwicklungskosten bedingt durch die deutlich geringere Aktivierungsquote um 2,0 Mio. € leicht erhöht. Die Forschungs- und Entwicklungskosten bestehen im Wesentlichen aus Personal- und Materialaufwendungen sowie Abschreibungen auf bereits fertiggestellte Entwicklungsprojekte. Vereinnahmte Investitionszuschüsse und aktivierte Entwicklungskosten werden dabei mindernd berücksichtigt.

Vertriebs- und Verwaltungskosten

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten haben sich im Berichtszeitraum auf 68,3 Mio. € bzw. 36,5 Mio. € leicht erhöht (2014: 65,7 Mio. € bzw. 34,3 Mio. €). Die Verwaltungskosten beinhalten Übergangskosten im Zusammenhang mit dem Wechsel des IT-Dienstleisters zum Ende des Berichtsjahres. Ohne diese einmalige Kostenposition sind die Verwaltungskosten moderat zurückgegangen. Das Verhältnis zu den Umsatzerlösen ist bedingt durch das deutlich gesunkene Geschäftsvolumen auf 5,5 % bzw. 2,9 % angestiegen (2014: 4,3 % bzw. 2,2 %).

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich im Geschäftsjahr 2015 um 6,4 Mio. € auf 29,3 Mio. € erhöht (2014: 22,9 Mio. €). Der Anstieg ist in erster Linie auf Effekte aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen zurückzuführen. Den Währungskursgewinnen stehen allerdings Währungskursverluste in vergleichbarer Höhe gegenüber. Diese werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Zudem wurde im Berichtsjahr im Zuge der Veräußerung der Anteile an der WEIFANG WEICHAI-DEUTZ DIESEL ENGINE CO., LTD., Weifang (China), ein Abgangsgewinn in Höhe von 2,9 Mio. € erfasst. Daneben beinhalten die sonstigen betrieblichen Erträge einen Ertrag aus der Entkonsolidierung der DEUTZ Engine (China) Co., Ltd., Linyi (China), in Höhe von 1,0 Mio. €.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 30,6 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahr beträgt der Rückgang 10,8 Mio. € (2014: 41,4 Mio. €). Der Vorjahreswert beinhaltete Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 17,1 Mio. €. Ohne diesen einmaligen Effekt wären die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Berichtszeitraum bedingt durch höhere Verluste aus der Bewertung von Fremdwährungspositionen um 6,3 Mio. € angestiegen.

Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzanlagen

Das Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzanlagen hat sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2014 um 8,2 Mio. € auf –6,3 Mio. € verschlechtert (2014: 1,9 Mio. €). Die Veränderung ist in erster Linie auf den Ergebnisbeitrag unseres chinesischen Joint Ventures DEUTZ (Dalian) Engine Co., Ltd. bedingt durch die spürbare konjunkturelle Abschwächung in China zurückzuführen. Weitere Informationen hierzu sind im Kapitel »Internationale Joint Ventures« zu finden.

Zinsergebnis

Das Zinsergebnis hat sich insbesondere aufgrund einer geringeren Kreditinanspruchnahme gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Mio. € auf –4,0 Mio. € deutlich verbessert (2014: –6,1 Mio. €).

Ertragsteuern

Im Geschäftsjahr 2015 ergab sich insgesamt ein Steuerertrag in Höhe von 2,6 Mio. € (2014: 12,8 Mio. €). Die darin enthaltenen originären Steueraufwendungen betrugen 5,7 Mio. € und haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,4 Mio. € verringert (2014: 9,1 Mio. €). Dies ist insbesondere auf den Ergebnisrückgang bei der DEUTZ Corporation, Atlanta (USA), und die Auflösung von Rückstellungsbeträgen für Ertragsteuern im Zusammenhang mit der bei der DEUTZ AG für die Jahre 2009 bis 2011 durchgeführten Betriebsprüfung zurückzuführen. Dem gegenüber standen latente Steuererträge in Höhe von 8,3 Mio. €. Diese resultieren insbesondere aus der Umkehr passiver Steuerlatenzen aus der Aktivierung von Entwicklungskosten nach IFRS. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr betrug 13,6 Mio. € (2014: 21,9 Mio. €). Die latenten Steuererträge des Vorjahres waren wesentlich durch die Effekte aus der bei der DEUTZ AG durchgeführten Betriebsprüfung für die Jahre 2009 bis 2011 beeinflusst.

Ergebnis je Aktie

Infolge des schwächeren operativen Ergebnisses sowie der geringeren latenten Steuererträge ist das Konzernergebnis im Berichtszeitraum um 16,0 Mio. € auf 3,5 Mio. € gesunken (2014: 19,5 Mio. €). Dies führte zu einem Ergebnis je Aktie in Höhe von 0,04 € (2014: 0,18 €).

Servicefunktionen
  • Weitersagen
  • Bericht bestellen